DFB gegen Homophobie im Fußball
Der Deutsche Fußball Bund, DFB, hat einen Gesprächsabend zum Thema Homophobie im deutschen Fußball veranstaltet.
Der DFB will mit diesem ersten Signal ein Zeichen gegen die vorherschende Homophobie im deutschen Fußball setzen – noch immer ist es nicht möglich offen homosexuell im Profifußball zu spielen.
DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn hob auf einer Podiumsdiskussion hervor, dass der DFB das Problem Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit sehr ernst nehme.
Dr. Tatjana Eggeling sagte: “Der DFB als mächtiger Verband kann Zeichen setzen. Wenn Spieler schon in der F-Jugend lernen, dass sie als schwul beschimpft werden, sobald sie den Ball verschießen, wird sich der Fußball nicht ändern.”
Auch zu Gast war Marcus Urban, ehemaliger DDR Jugendnationalspieler und aufgrund seiner Homosexualität aus dem Profifußball ausgestiegen.
Er berichtete darüber, wie er sich zwischen Fußballkarriere und einem “eigenen” Leben entscheiden mußte. Er wählte ein offen schwules Leben, da ihn das Versteckspiel und die Selbstverleugnung bis hin zu Selbstmordgedanken getrieben hatte.
Der DFB leugnet nicht mehr, dass es viele Profifußballer gibt, die ihr Anderssein über Jahre und Jahrzehnte verstecken, um ihre Laufbahn halten zu können.
So wurden auch die Äußerungen der ehemaligen Frauen Nationaltrainieren Tina Theune-Meyer thematisiert, nach der der Anteil an lesbischen Spielerinnnen im Nationalteam auf 60 bis 70 Prozent.
Wenn von ihnen eine Spielerin dazu offiziell stehe, dann werde der DFB ihr keine Steine in den Weg legen, so der Tenor des Abends.
Bis sich hier jedoch außer Lippenbekenntnissen etwas ändert, wird noch eine geraume Zeit vergehen – der Fußball ist neben der katholischen Kirche eine der konservativsten Institutionen in Deutschland, und wird (auch) durch die Fans und eine dem Fußball eigene Gruppen- und Rollendynamik bestimmt die selbstverstärkend in eine homophobe Richtung reguliert.
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